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8KIDS

iFAN Musik-Festival (indoor) am 14.04.2018 | 48231 Warendorf | Kreienbaum-Halle

Genre
Posthardcore

Band
Gesang und Gitarre: Jonas Jakob
Gesang und Gitarre: Hans Koch
Schlagzeug: Emma McLellan

Diskographie
2016: Dämonen (EP)
2017: Denen, die wir waren

8KIDS | Videos

8KIDS “Zeit”

8KIDS “Blitzschlag”

8KIDS “Dämonen”

8KIDS “Alles löst sich auf”

8KIDS | Bandinfos

„Denen die wir waren“
Napalm Records

Es ist okay, Angst zu haben. Vorm Scheitern und Fallen, vorm Verlassenwerden und Alleinsein, vor der Angst selbst und dass sie für immer bleibt. Nur hilft es nicht, sich vor ihr zu verstecken. Man kann sich noch so kleinmachen, sie findet einen ja doch, die Angst. Wer sie überwinden will, muss sich ihr stellen. Mit Wänden aus Gitarren, mit riesigen Melodien und mit direkt ins Herz geschrienen Zeilen, die mehr Mut erfordern als alles im Leben. Mit Songs, die größer sind als die Angst.

8KIDS aus Darmstadt haben sich lange nicht getraut. Jahrelang haben Jonas, Hans und Emma sich in anderen Bands die Finger wundgespielt, auf dreckigen Böden geschlafen und die Leute im Publikum an einer Hand abzählen können, ohne dass es weiterging. Sie haben sich reinreden und verunsichern lassen. „Wir waren kurz davor, alles an den Nagel zu hängen“, sagt Hans heute. „Wir dachten, wir machen nie wieder Musik.“ Aber da war etwas, das sie nicht aufgeben ließ. Also alles noch mal auf Anfang, aber diesmal ohne Kompromisse. „Nachdem wir beide von mehreren Schicksalsschlägen hart getroffen wurden und in uns etwas brodelte, war Jonas und mir klar, dass wir dieses neue Projekt in Angriff nehmen müssen. Ein Musikprojekt, das uns erfüllt und das wir vor allem feiern. Dass letzten Endes so viel mehr daraus geworden ist, ist die Spitze des Eisbergs.“

Die ersten Demos nahmen Hans und Jonas noch selbst am Computer auf, zuhause in Darmstadt, und brachten dabei zum ersten Mal alles zusammen, was ihnen etwas bedeutete. Mitreißende Posthardcoresongs mit viel Gefühl für Indierock und Pop und ohne Angst vor Pathos. Jonas schreit dazu, mit einer Stimme zwischen Casper und Fjort, die mal ganz stark ist und mal zerbrechlich. Nur ein letztes Hindernis galt es noch zu nehmen: „Wie es in der Musikwelt so ist, hat unser alter Drummer einen Tag, bevor wir unseren Managementvertrag unterschrieben haben, sich dazu entschieden, die Band zu verlassen – für uns ein Schock, wir dachten, das war es mit den 8KIDS, aber dann stand da in einer verrauchten Kneipe in Darmstadt auf einmal unsere Emma.“ Zu dritt entstand so die erste EP, spielten sie die ersten Shows – und plötzlich war der Bann gebrochen. Inzwischen kann man das Publikum auf 8KIDS-Konzerten nicht mehr an den Händen abzählen. Und das nicht nur, weil man die abwechselnd in die Luft reckt und sich dann wieder verstohlen eine Träne aus dem Auge wischt. 8KIDS geben alles. Und ihr Publikum gibt alles zurück.

„Wir brauchten diese musikalische Ehrlichkeit, um auch textlich nicht mehr nur an der Oberfläche zu kratzen“, sagt Hans. Deshalb überspannt ihr Debütalbum „Denen die wir waren“ nicht nur musikalisch eine Bandbreite vom zwei Minuten kurzen Hardcoresong „Zerbrechen“ übers rockig-hymnische „vis-à-vis“ und „Winter in dir“ mit Emmas Stimme bis zur Jahrhundertballade „Zeit“, sondern es widmet sich dabei auch viel eindringlicher den Emotionen, die man sonst lieber vergraben lässt. „Kann mich jemand hören“ erzählt die Geschichte eines Menschen, der nicht mehr weiter weiß. „Blitzschlag“ handelt davon, wie schwer es manchmal ist, nach Hilfe zu fragen. Und „Zeit“ arbeitet, ganz schlicht und zum Heulen traurig, das Ende einer Liebe auf: „Wer in seinem Leben einen Menschen oder eine Beziehung verloren hat, weiß ganz genau, was wir mit ,Zeitʻ zum Ausdruck bringen wollen. Der Song soll an die schönen Momente erinnern, aber auch dabei helfen, sein Glück in der Zukunft zu finden.“

„Zeit hält dich nicht fern/ Still den Schmerz nicht mehr“, heißt es in „Zeit“. Wenn man sich erst einmal traut, solche Zeilen zu schreiben, dann muss man auch keine mehr Angst haben, sie vor Hunderten von Menschen zu singen. „Wir haben viel mehr Selbstbewusstsein, seit wir so offen und ehrlich sind“, sagt Hans, „wir müssen uns für nichts mehr entschuldigen. Natürlich kann es sein, dass jemand uns doof findet. Aber wir sind uns sicher in dem, was wir tun.“

Weil man große Alben auch groß aufnehmen muss, ist „Denen die wir waren“ zusammen mit Kristian Kohlmannslehner in dessen Kohlekeller Studio entstanden. Gemeinsam mit dem Produzenten, der gelegentlich auch live am Bass aushilft, haben 8KIDS ihrem ersten Album jede Menge Gefühl zwischen Pop-Sensibilität und rauem Posthardcore verpasst. Die Gitarren türmen sich mal auf, mal funkeln sie, Emmas Schlagzeug drischt den ganzen Frust der Vergangenheit weg, Melancholie und Tristesse brechen sich an Liebe und Hoffnung, und wenn mal ein besonders filmreifer Moment ein Klavier verlangt, dann lassen 8KIDS auch das zu. Nur keine Angst vor großen Emotionen. Die Emotionen sind schließlich größer als die Angst.